„Wüstenstrom“

Dem Tagesspiegel stellte Gerhard Knies kürzlich sein Wüstenstrom-Konzept „Desertec“ vor.
Der Entwickler des Wüstenstrom-Konzept „Desertec“ prognostiziert, dass mit Solarkraftwerken in der Sahara Strom für ganz Europa erzeugt werden kann. Seinen Schätzungen nach, müssten für die Solarkraftwerke nur 0,3 Prozent der Wüstenflächen in Anspruch genommen werden, um Europa und die Mittelmeeranrainerstaaten mit Energie zu versorgen.

Nach Berechnungen benötige man in etwa 17 000 Quadratkilometer Wüstenfläche, um Europas Stromverbrauch decken zu können, das fanden Wissenschaftler des Instituts für Technische Thermodynamik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart heraus.

Für eine effiziente Energienutzung setzt das Desertec-Konzept auf solarthermische Kraftwerke. Mithilfe gekrümmter Spiegel kann das Sonnenlicht gebündelt werden und Wasser zum Kochen bringen. Der weitere Ablauf entspricht dem eines herkömmlichen Kohlekraftwerks; durch eine Turbine fließt der Wasserdampf, der dann den Generator antreibt.

Im Gegensatz zu Solarzellen, die die Sonnenenergie direkt in Strom umwandeln, entsteht bei solarthermischen Kraftwerken zunächst nur Wasserdampf. Die Wärme des Wasserdampfes kann wiederum in einer 400 Grad Celsius warmen Flüssigsalzlösung gespeichert werden. In der Nacht ließe sich durch die Wärme dann wieder Wasserdampf herstellen, wodurch der Stromkreislauf ununterbrochen weiterlaufen könne.

Zwar sind solarthermische Anlagen im Vergleich zu Solarzellen weitaus günstiger in der Erzeugung, doch die Investitionskosten für Wüstenstrom sind enorm. Den Berechnungen des Entwicklers zufolge müssten 350 Milliarden Euro in die solarthermischen Anlagen und 45 Milliarden Euro in die Stromleitungen investiert werden. So müssten ohnehin zusätzliche Kraftwerke gebaut werden, um den Strombedarf dadurch decken zu können. Nichts desto trotz betont Knies, dass die Wüstenstrom-Technologie zwar anfänglich etwas teurer wäre, aber dafür keine Brennstoffkosten wie bei Kohle- oder Kernkraftwerken anfallen.

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