Durch Laufzeitverlängerung nur geringe Stromersparnis

Nachdem in der Politik eine neuer Streit über den Atomausstieg entfacht ist, haben sich nun auch Verbraucherzentralen in die Diskussion eingeschaltet. Während die Unionsfraktion sich für einen „Ausstieg vom Ausstieg stark macht“ und den Konsumenten dadurch sinkende Energiepreise prophezeit, haben Verbraucherzentralen nun abgewunken.
Eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten brächte den Verbrauchern monatlich maximal eine Ersparnis von 50 Cent ein. Ein Durchschnittshaushalt monatlich gerade einmal 12 Cent/Monat, so das Öko-Institut.

Die Berechnungen belegen, dass sich die gleiche Ersparnis auch mit dem Austausch einer einzigen Glühbirne durch eine Energiesparlampe erzielen lasse.

Die Gewinne für die Kernkraftbetreiber belaufen sich hingegen auf Milliarden. Eine Laufzeitverlängerung der Meiler Biblis A und Neckarwestheim 1 brächte den Betreibern einen jährlichen Zusatzgewinn 439 Euro ein. Legt man die Hälfte des Gewinns auf den Stromverbrauch um, käme das einer Preissenkung von 0,04 Cent pro Kilowattstunde gleich.

Öko-Institut zufolge könnte die AKW-Laufzeitverlängerung erst nach 2010 deutliche Gewinne und sinkende Strompreise einbringen. Die Kilowattstunde ließe sich dann um 0,3 Cent senken, vorausgesetzt die Hälfte des Zusatzgewinns würde auch dann noch dazu genutzt werden, die Energiepreise zu reduzieren.

Angesichts der steigenden Energie- und Benzinpreise, denkt die CDU derzeit intensiv über Entlastungsmöglichkeiten für die Bürger nach und kündigte bereits an, den Atomausstieg und längere Laufzeiten für Kernkraftwerke zum Wahlkampfthema zu machen. Zwar heißt es, dass Angela Merkel in Einklang mit der CDU Fraktionsführung die von der CSU geforderte Wiedereinführung der Pendlerpauschale weiter ablehne, dafür aber über andere Entlastungen für Bürger, die besonders unter den gestiegenen Energiepreisen zu leiden haben, nachgedacht werde.

Selbst wenn nach Experten bei einem Atomkraftwerk keine Sicherheitsrisiken bestehen, so sollte doch die Nachhaltigkeit weiterhin im Vordergrund stehen. Die Politik sollte sich verstärkt auf die Förderung erneuerbarer Energien konzentrieren als über einen bereits beschlossenen Atomausstieg neu zu debattieren.